So viele Zahlen...

Jetzt habe ich mich ja schon länger nicht mehr gemeldet; das aus einem einfachen Grund – ich war einfach nicht wirklich Laufen: „Tapering“ könnte man sagen; oder keine Zeit, keine Lust, bzw. tatsächlich Vorbereitung auf heute. Denn heute habe ich es endlich – im vierten Anlauf – nach Palmanova zum Halbmarathon geschafft.

Nachdem mich meine Liebste wieder dazu angehalten hat, einem bestimmten Ziel zu folgen, habe ich mich dazu entschlossen, der 2h-Pacemakerin auf den Fersen zu bleiben bzw. (in der ersten Hälfte) überhaupt vor ihr zu laufen. Eigentlich war das ein sehr kontrolliertes Rennen in einem guten Tempo. Wie gesagt, die erste Hälfte habe ich mich bei traumhaften Wetter etwas vor der Pacemakerin aufgehalten – nicht zu viel, wollte ich mich doch nicht verheizen. Bei Kilometer 10 wurde ich dann eingeholt, bzw. liefen wir „Kopf-an-Kopf“. Alles paletti für die Sub2h, bis ca. Kilometer 19, denn da sah ich, dass Sekunden oder Minuten beim Sport absolut unwesentlich sind: am Straßenrand wurde ein Läufer vom Notarzt mit Herzmassage bearbeitet und auch beatmet. Dieses Bild und dazu die Worte eines Schulkollegen und Notfall Mediziners, (sinngemäß) „beim ersten Pumpen, musst du die Rippen brechen hören…“, haben mir auf den letzten Kilometern jeden Ehrgeiz genommen. Ich wollte nicht auf biegen und brechen an der Pacemakerin dran bleiben. Ich glaube schon, dass ich es gekonnt hätte, aber wozu. Das Bild von gerade eben hat sich in dem Moment zu tief „eingebrannt“, als dass ich an Grenzen gehen wollte.

So habe ich das Saison-Abschlussrennen mit zwei wunderschönen Zahlen beendet:

  • 2.00:07 als Laufzeit – voll der James Bond unter den Läufern (Danke Martin, gefällt mir sehr!) und
  • 1976. Platz – justament mein Geburtsjahr – perfekt erwischt.

Ich mag Zahlen im Großen und Ganzen sehr und diese Korrelationen gefallen mir da ganz besonders. Dass es nichts aus dem Sub2 Halbmarathon in dieser Saison bei einem Bewerb wurde, finde ich zwar einerseits ob des doch intensiven Trainingsaufwands traurig, aber andererseits was solls. Es gibt auch wieder eine nächste Saison und so schnell war ich eh schon lange nicht mehr; um genau zu sein, war ich bei Bewerben überhaupt erst zweimal schneller! So bin ich wirklich zufrieden, wie es heute gelaufen ist. Ich hoffe nur, dem armen Kerl am Straßenrand geht es auch wieder gut; wenngleich mein Glaube daran eher gering ist; Caro hat die Stelle schon ~30 Minuten vor mir passiert und auch da lag er scheinbar schon am Straßenrand… #nichtgut

Bis zum Silvesterlauf gilt es jetzt noch das Jahreslaufziel zu erreichen – da fehlen mir auch ~226km. Also faul sein geht (noch) gar nicht. Und schon überhaupt nicht, wenn meine Liebste das hier lesen wird. Sie motiviert mich zur nächsten Challenge. Was genau es sein wird? Ich weiss es nicht. Das tägliche Laufen wäre eh wieder reizvoll, auch wenn es mit dem frühen Aufstehen, der Kälte und der Finsternis jetzt im Moment wohl wirklich eine sehr große Überwindung wäre. Aber für die Gesundheit wäre es vielleicht schon von Vorteil.

Schließlich will ich nie am Straßenrand liegen. Ja, das hat mich heute sehr beschäftigt, beeindruckt oder erschüttert. Genauso wie der Achillessehnenriss eines Basketball-Kollegen beim Training vor 3 Wochen. Gesundheit ist das höchste Gut. Das merkt man natürlich erst, wenn man damit konfrontiert ist… So genug „geschwafelt“ – ich melde mich nach den nächsten Läufen eh sicher wieder -eine gewisse/s Kontinuität/Ritual schadet ja nicht! Bis dann!

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