Un/Sinn?!

Es ist knapp nach neun Uhr abends. Die Kinder sind zu Bett gebracht und ich habe bereits mein erstes Nickerchen bei Peter hinter mir, als Gudrun mich fragt, „und jetzt gehst du wirklich noch laufen?“. Ich antworte mit einem knappen nicken und „hm ja, hilft ja nix.“ Das anschließende, „du bist ein Spinner (oder Süchtler)“ kann ich absolut verstehen und antworte mit dem eh schon bekannten, „ich habe ja kein Ende festgelegt und somit habe ich den Absprung verpasst…“

Trotz dieser eher unglücklichen Ausgangslage wurde der heutige Lauf recht erfolgreich. Zunächst bin ich mit Bina wieder das 3-Eck gelaufen und anschließend alleine noch die alt-bekannte Lendorf Runde. Im Gegensatz zu meinen Erwartungen nach dem Nickerchen bei Peter, war es heute aber lustig und hat gut Spass gemacht, selbst die Haxn waren nicht wirklich müde von gestern. Allein mein Kopf hat aus mehreren Gründen gearbeitet:

  • Wie lange soll dieses Projekt jetzt noch gehen?
  • Warum machst du das überhaupt so?
  • Interessiert es irgend jemanden, ob du jetzt täglich läufst? Und …
  • … ob du darüber schreibst oder nicht?
  • Liest das hier irgend jemand?

Alles zwar relativ unwichtige Fragen im Leben, aber „projektbezogen“ sind sie durchaus äußerst relevant. Auf die erste Frage hatte ich mir zunächst die „runde Antwort“ 100 Tage gegeben. Dann dachte ich mir, ich mag ja sonst auch keine so runden Zahlen, lass dir irgendetwas eckiges einfallen. Gesagt, getan: einhundertundzwölf das wird vorerst der letzte Tag meiner Runningstreak sein; am einhundertunddreizehnten Tag werde ich nicht laufen. Versprochen. Wie ich auf diese unrunde Zahl komme? 25+11+76=112. Das sind die Zahlen meines Geburtsdatums. Es geht sich zwar nicht ganz bis zum 25.11. aus, aber nichtsdestotrotz wird der Long-Run am Sonntag, dem 5.11.2017 der letzte Tag des kontinuierlichen Laufens sein.

Auf die Frage, „warum ich das so mache?“ konnte ich mir nur die Antwort geben, dass manche Sachen ein wenig extrem sein müssen und man sich selbst ein wenig zwingen und quälen muss, damit man etwas erreicht. Außerdem habe ich mir beim Start gedacht, dass dieses tägliche Laufen etwas ganz außergewöhnliches sei, das fast niemand macht. Bis mir nach der Reihe die Berichte über die Forrest Gumps dieser Welt unter gekommen sind. Im Gespräch mit einem Freund heute, meinte dieser, man müsse immer etwas „ganz außergewöhnliches oder verrücktes“ machen, damit man überhaupt wahr genommen wird. Mach ich das? Wohl kaum. Will ich das? Eigentlich auch nicht. Ich möchte ja nur meine Geschichte(n) erzählen. Und (meistens auch) laufen.

Die letzten drei Fragen sind wohl nicht unbedingt von mir zu beantworten. Da steht es jedem frei hier oder auf FB einen Kommentar zu hinterlassen. Ich glaube aber nicht, dass es jemanden wirklich auffallen würde, wenn ich mal einen Tag auslassen würde. So viel Ehrlichkeit und (richtige) Selbsteinschätzung hab ich mir gegenüber schon.

Es bleibt jetzt also an Euch, mich noch bis zum 5.11. anzustacheln und anzufeuern. Danach werde ich mich strikt an den Trainingsplan halten. Dann gibt es 2 Tage Pause die Woche, wo ich sonst was machen kann. Übungen gegen meine Dysbalancen zum Beispiel 😀 😀

4 Kommentare

  1. Die Übungen solltest IMMER machen! Nach dem 5.11. 100Tage lang täglich 100sit ups? Kurz und fast schmerzlos 😉

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    1. Uhhhh, da würde ich wohl 1000 Tode sterben bei meiner absoluten Lieblingsübung. Liegestütze evtl., wobei da auch nicht so viele gehen

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