Trailmaniak Sprint

Das hat ja schon super begonnen, als ich heute ganz pünktlich beim Bahnhof in Pörtschach mein Auto abgestellt hatte und zum Bahnsteig geeilt bin, haben mich ein paar Laufkollegen angesprochen, „wenn du hier schon so schnaufst, wird das aber noch ein weiter Weg für dich werden…“ Ja, eh – ich habe das Lächeln in ihren Gesichtern schon erkannt und natürlich war auch ich um eine blöde Antwort nicht verlegen. Trail ist halt was anderes, da „kennt“ man sich, auch wenn man sich davor noch nie gesehen hat. Man ist gleich ganz locker miteinander und überhaupt und sowieso. Es ist einfach leiwand.

Leiwand war auch, dass ich dann beim Start in Krumpendorf wieder 2 Mitläuferinnen von letzter Woche getroffen habe: Birgit und Edith. Auch noch einige andere mir bekannte Gesichter konnte ich im Starterfeld entdecken und es herrschte die schon erwähnte lockere Stimmung und Athmosphäre. Ich war doch ein wenig gespannt, wie es heute ohne den geschulten Pacemaker gehen würde, aber so richtig Angst hatte ich nicht. Ist es letzte Woche gelaufen, wird es diese Woche wohl auch laufen, war mein Motto…

…das stimmte soweit auch. Der erste Kilometer lief natürlich gleich mal in meinem „normalen“ Tempo für eine flache Strecke, also viel schneller als vergangenen Samstag 😉 Dafür habe ich bei den ersten Steigungen das Fehlen der Motivatoren gleich zu spüren bekommen. Bin ich zu dem Zeitpunkt letztens noch alle aufwärts Passagen locker mitgelaufen, habe ich heute gleich bald einmal auf bemüht schnellen Schritt umgestellt, anstatt wie empfohlen ganz langsam zu laufen. Ja, ist halt so, dass man oft einmal nicht auf die Erfahrung der anderen hört.

Was mich dennoch gefreut hat, war die Tatsache, dass das Laufteam von vergangener Woche auch relativ lange zusammen gehalten hat. Zwar hatte mich Edith bald überholt und ausser Sichtweite geraten, aber mit Birgit konnte ich immerhin knapp die Hälfte der Strecke super mithalten. Sie ist eine, die den Tipp absolut beherzigt: kaum geht es bergauf, schaltet sie brav um in den langsamen bergauf-Lauf. Perfekt, quasi vorbildhaft. Das war dann wohl auch der Unterschied, warum ich nach dem Pirkerkogel nicht mehr viel von ihr gesehen habe.

Aber mir ging es auf der Strecke sehr gut. Es fühlte sich zwar nicht ganz nach „meinem Tag“ an, aber es lief dahin. Irgendwo ein paar Kilometer vor dem Ziel habe ich leider einen ziemlich spitzen Stein mitten in meinen rechten Fuss rein bekommen, das hat dann den restlichen Lauf geschmerzt, aber alles in allem hat das schon so gepasst. Ich bin glücklich und zufrieden nach 1.56h als 38 (von 73) ins Ziel gekommen. Also eine tip-top Leistung. Auf die Damen habe ich im Endeffekt wohl auch nur 5 Minuten verloren, also alles absolut im Rahmen von „großartig“.

Apropos „großartig“: großartig war auch der Empfang am roten Teppich im Ziel am Monte-Carlo-Platz in Pörtschach. Zunächst war es recht still und nur einige Läufer, die die letzten Meter säumten, feuerten mich noch an. Als ich über die Ziellinie drüber bin, brauste plötzlich Beifall und Jubel auf. Zugegeben, in dem Moment ist mir das gar nicht so aufgefallen, ich dachte mir nur irgendwo im Hinterkopf, „wow, was für ein toller Empfang“; aber ich hätte auch erwartet, dass alle anderen so empfangen werden würden. Später erfuhr ich zufällig, dass der Sprecher sich das „für den nächsten Läufer“ ganz speziell ausgedacht hatte: „Keiner feuert an oder jubelt, bevor der Läufer (also ich) nicht die Ziellinie überquert hat.“ Spitze! Das hat ganz toll funktioniert und ich war wirklich happy, so viele Gratulanten gehabt zu haben. Allen voran Mario Schönherr, der „Chef“, der das alles organisierte, dann die Buddys von vergangenem Samstag und auch – hört hört – die „Mauler“ vom Mach3 Team vom Bahnsteig. Man wird eben doch zu einer kleinen flüchtigen Familie am Trail. Schön ist das; sollte ich künftig immer öfter machen.

Fazit zum Lauf-Tag: super war es – wunderschön!

PS: weil ich gerade noch das Beitragsfoto gesehen habe: ich hatte voll das Glück, dass ich „der nächste Läufer“ war, dem dieser spezielle Empfang geboten wurde. Denn die Fotografen des Titelbildes hatten mich (natürlich) überholt und schon mehrere Meter Vorsprung auf mich, allerdings verpassten sie die Abzweigung zur Strandpromenade, den ich aufgrund meiner Streckenkenntnis natürlich kannte. So hab ich ihren Platz eingenommen; den Platz mit dem besonderen Jubel…

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