Wahnsinn und Mantras

Auf Runtastic ist jetzt gegen Monatsende nochmals der Wahnsinn ausgebrochen. In meiner (wirklich kleinen) Blase an Mitläufern habe ich im August (erstmals seit ich auf Runtastic bin) die Position 1 inne. Heute Nachmittag noch mit rund 283km. Wolfgang war mit Respektabstand zweiter und Martin dritter. Eigentlich ein ungefährdeter „Sieg“ in der Monatswertung. Aber dennoch habe ich den Mund voll genommen und groß geschrieben, dass ich mit einem Halbmarathon noch die 300er Marke knacken werde. Oh boy…!

So bin ich heute trotz allem pünktlich gestartet. Um 5.10 Uhr habe ich mich auf die Laufstrecke quer durch das Blaufränkischland gemacht. Allerdings 5.10 Uhr am Nachmittag. Ich habe beschlossen, dass auch ein wenig Urlaub (extra Schlaf) sein darf – die Kinder sind bei Oma und Opa versorgt. Meine Gudrun fährt im Hippie Bus durch Irland, also was solls – wieder ein Abendlauf.

Gestartet bin ich voll motiviert. Am Plan standen 5-9km im Tempodauerlauf. Gut soll sein, das passt mir eh sehr gut ins Programm. Ich merke gleich, dass mir der gute alte burgenländische Begleiter zur Seite steht – der Wind bläst von rechts, sodass sich auch alle Windräder in der Ferne drehen. Die sind das erste Etappenziel. Das läuft wirklich gut, bis ich mich das erste Mal nach rechts drehe und das Feld hinunter laufe und den Gegenwind so richtig spüre und das Tempo schlagartig langsamer wird. In der Senke geht es wieder dahin, aber schön langsam merke ich, dass das Tempo für eine so lange Distanz doch vielleicht noch etwas zu ambitioniert gewählt ist. Also gehe ich mal ein Stück, koste die ziemlich reifen Weintrauben und schaue, dass ich mein nächstes Ziel „treffe“. Möglichst wenig durch Deutschkreutz durch zur Juvina Quelle, wo ich meinen Durst löschen kann.

Aus „möglichst wenig durch Deutschkreutz“ wurde mitten durch, vorbei an der Winzer Hautevolee des Landes, weiter Richtung Ungarn. Als ich endlich bei der Quelle angekommen bin, fülle ich mich so richtig mit Wasser an und hoffe, dass ich damit dann wieder gut zurück nach Horitschon komme.

Es folgt nun schön langsam mein nächstes Mantra, „du schaffst das, du hältst den Halbmarathon schon durch.“, tönt es mir immer fort durch den Kopf. Ein paar Kilometer später wird das von, „du hast einen Trainingsplan, an den halte dich gefälligst!“, ersetzt. Ehe dann, als es schon allmählich finster zu werden beginnt, das letzte Mantra – die Entschuldigung bei Oma und den Kindern durch meinen Kopf schwirrt: „ich habe mich über- und die Strecke unterschätzt. Es tut mir leid.“ Immer und immer wieder geht mir der Satz auf den letzten Kilometern durch den Kopf. Allein – er ist vollkommen umsonst. Oma ist mit den Kindern noch nicht daheim, als ich nach 24km und 2.30h wieder im Elternhaus angekomme, ist es totenstill „niemand daheim“. Gut – auch recht – da habe ich mir also umsonst Sorgen gemacht. Sie waren im Zirkus, der noch etwas länger gedauert hat, als ich es mir gedacht hatte…

Nun denn, 46 Tage täglich laufen – insgesamt im August satte 305,49km. Wahnsinn. Finde ich. Ich bin weiterhin gespannt, wie es weiter geht, aber irgendwie hoffe ich, dass ich nicht mehr so viele Kilometer fressen werde. Das Programm ist doch recht heavy. Morgen also erster September. Schluss mit barfuss in den Monaten mit „r“; Neustart für den Kindergarten für die Jungs; auch bald Schule für Lilli. Der Sommer neigt sich dem Ende zu… Irgendwie Jahr für Jahr eine traurige G’schicht.

Abschließend auch noch der Relive – der zahlt sich diesmal aus – auch wenn hier die imposanten Windräder in Deutschkreutz noch fehlen…

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