Konkurrenz, was solls?!

Im Leben ist es schon spannend: kaum beginnt man etwas, tritt man sofort in Konkurrenz. Man vergleicht sich, seine Leistungen, seine Versäumnisse (aber nur für sich selbst) und überhaupt und sowieso. Alles ist eine Art Wettkampf. So auch heute wieder geschehen: Ich sehe entfernt auf dem Grenzweg eine Person und in dem Moment wo ich sie sehe, ist mein Schritt auch eine Spur schneller. Ich möchte sie unwillkürlich sofort einholen; oder mein Körper oder das Konkurrenzdenken will das. Ich will eigentlich nur auf mich schauen und den Lauf wie geplant – gemütlich – über die Bühne bringen.

Alles in allem war ich heute spät dran: obwohl recht pünktlich aufgestanden, habe ich mir viel Zeit gelassen, ehe ich den Lauf startete. Ich wusste auch nicht wirklich wie weit ich laufen mag, aber „an einen 10er“ sollte es schon gehen. Weiter nicht, denn morgen soll ja die echte Konkurrenz sein – der Ulrichsberglauf und gestern war es mit dem Benchmarkrun ja auch anstrengend genug. So hab ich mich für die Tultschnig-Trettnig-Grenzweg Runde entschieden. Komisch, dass ich nach all den Jahren immer noch nicht weiss, wie weit die tatsächlich ist (~8km !!). Erfreulich war, dass ich die Bergwertung bei Trettnig brav hinauf gelaufen bin – ohne Pause. Überhaupt bin ich heute (endlich) mal wieder ohne Pause gelaufen.

Während des Laufs habe ich mir schon noch gedacht, ob ich morgen tatsächlich starten möchte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir letztes Jahr mehrfach gesagt habe, „Warum tust du dir das an? Das machst du nicht mehr…“. Aber heute – ein Jahr später laufe ich wieder durch die Gegend und entscheide mich für die Konkurrenz. Apropos – die Konkurrenz am Grenzweg war gar keine. Mein Schritt ist nach der ersten Sichtung/Aufregung wieder auf sein normales Tempo zurück gegangen und dennoch habe ich die andere Person eingeholt. Es war keine Läuferin; es war eine Dame, die mit ihrem Hund eine Runde gegangen ist und der ich einen Mordsschreck eingejagt habe, als ich plötzlich hinter ihr war. Da hab ich mich dann sogar entschuldigt – so „schnell“ an ihr vorbei zu laufen.

Wieder daheim am Computer wurde ich von Strava auch noch überrascht: dieser Lauf war doch tatsächlich eine Konkurrenz – mit mir selbst. Vor genau 2 Jahren bin ich genau diese Strecke um 1:33 min schneller gelaufen. Mist, ich habe heute gegen mich selbst verloren – ohne es zu wissen – oder doch einfach nur die Ruhe gewonnen, nicht unbedingt schneller sein zu müssen als andere?!?

Relive the run

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