12km & dann ein anderer Mensch

Eigentlich war ja heute morgen wieder ein mehr oder weniger guter Morgen. Ich bin leicht aufgestanden und dann gleich bei der Schlafzimmertür macht es ‚bähm‘ – Bina hat schon wieder hereinge*****n, der Duft dringt schon an meine Nase. Doch zuvor müssen noch die Jungs beruhigt und wieder zum Schlafen animiert werden, denn wenn die mal munter sind, wird es nichts mit laufen… (noch früher aufstehen ist auch keine Option, denke ich mir in dem Moment).

Die Jungs sind kooperativ und schlafen bald wieder. Dann also zur nächsten Baustelle. Quasi unsere gesamter Fußboden vor der Fensterfront muss gereinigt werden. Welch eine Freude um 5.10 Uhr in der Früh! Es entwickelt sich durchaus ein Grant und um ca. 5.30 hau ich mich murrig ins Laufgewand. Ich will heute eigentlich gar nicht mehr weglaufen; warum habe ich dieses Projekt nur öffentlich gemacht? Seither ist der Druck irgendwie ein anderer… Naja.

Ich laufe also los und habe keine genau Idee, wohin ich laufen soll, wohin mich mein Weg führen soll. Ich laufe einfach mal den nördlichen Teil der Lendorf-Runde, dann weiter über den Grenzweg. Schön langsam formt sich eine Idee der Strecke. Aber soll ich heute auch mal zu „Hill-Sprints“ ansetzen, oder nur den Glan-Radweg entlang? Ich entscheide mich für letzteres und komme aufgrund einer Baustelle fast nicht bis zur Glan. Überraschenderweise wird da schon um 6 Uhr gearbeitet (!!).

Was dann folgt ist großartig: die Sonnenstrahlen erkämpfen sich ihren Weg durch ein paar Wolken, die in den Bergen hängen und der hell leuchtende Ball schimmert da durch. In dem Moment hätte ich gerne eine Kamera (oder auch nur mein Handy) mit dabei gehabt. So eine wunderschöne Morgenstimmung! Als ich am Ende des Glan-Radwegs bei Poppichl wieder am Rückweg Richtung Lendorf bin; auf einer Strecke von nur rund 100 Metern werde ich von einem Auto mit einem Ulrichsberglauf Poster in der Heckscheibe überholt. Es bleibt stehen, das Fahrerfenster geht auf und drinnen sitzen die Eltern einer Schulkollegin meiner Tochter; zufällig Organsatoren des Ulrichsberglaufs 😉 Ich werde von ihnen freundlich gefragt, ob ich denn auf den Ulrichsberg mitlaufen wolle? Nein, ich habe mich wegen Sonntag noch nicht entschieden. Nein, nicht am Sonntag beim Lauf, sondern ob ich heute/jetzt mitlaufen wolle. Auch das verneine ich, das war heute nicht mein Plan. Aber was ist das für ein Zufall – auf so einer kurzen Strecke, in einem Zeitfenster von vielleicht 20 Sekunden?! Unglaublich. 

„Es gibt keine Zufälle, es fällt einem zu“, hat es vorgestern in Millstatt geheissen. Vielleicht soll es mir zu fallen, dass ich am Sonntag beim Ulrichsberglauf mitmachen soll. Von so vielen Seiten wurde es mir nahe gelegt; aber ich weiss noch nicht. Es ist so eine Quälerei diesen Berg hinauf.

Jedenfalls laufe ich in einem für mich top Tempo den Rest der Strecke glücklich nach Hause; sinniere darüber, wie sich manche Dinge einfach so ergeben. Weil es einfach so passt. Dazu hinter mir der immer noch imposante Sonnenaufgang; jetzt schon mit deutlich weniger Wolken und viel mehr Sonne. Da ist das Leben dann doch wieder einfach schön!

Hier noch eine tolle Animation des Laufs auf relive

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